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Polyscan stationär
eso es 3.0
traffiphot S "Starenkasten"

verschiedene Blitzer

hier beschreibt der Blitzermann die gängigen Blitzer gestaffelt nach ihrer Verbreitung und Wichtigkeit. Die Wichtigsten zuerst:

 

Polyscan Speed stationär (Die "hübschen" Edelstahlsäulen in der Landschaft; neuerdings auch gern mal in oliv lackiert) 

Man könnte meinen, Polyscan Speed Blitzer würden wie Pilze aus dem Boden wachsen.

Zumindest die stationäre Versionen, zumeist in der eleganten Edelstahlsäule mit Designerquerstreifen aus Rauchglas- ersetzen rasend schnell die noch vorhandenen "Starenkästen".  Die Technik ist recht kompliziert und lässt sich deswegen auch nur kompliziert beschreiben:  Polyscan scannt mit einem sich im Gerät mechanisch drehenden Laserscan (sitzt hinter dem Rauchglas) die sich anähernden Fahrzeugfronten - auf bis zu 6 Fahrspuren- in zwei Fahrtrichtungen. Das funktioniert so, dass das Gerät sich eine Fahrzeugfront quasi bis zur nächsten Umdrehung merkt und dann anhand des geänderten Winkels des Fahrzeugs die Annährerung mit der Zeit der Drehung ins Verhältnis setzt und jetzt die Fahrgeschwindigkeit errechnen kann. Überschreitet die einen definierten Wert wird ausgerechnet, wann sich das Fahrzeug auf der perfekten Photolinie befindet, und dann der Biltzer aktiviert, also das Beweisphoto geschossen. Den Nachweis, dass alles korrekt gewesen sein soll, führt Polyscan über den sogenannten Auswerterahmen. Das ist ein Rahmen der digital erzeugt und - wenn alles passt- genau auf der Kühlermaske des angemessenen Fahrzeugs abgebildet wird.    Sitzt der Rahmen nicht auf der Kühlermaske sondern vor dem Auto oder auf der Scheibe, so schreibt die Bedienungsanleitung das Aussortieren der Messung vor. Das gleiche gilt auch für merkwürdig geformte Auswerterahmen, die manchmal wie Spieße nur über einen Teil des Kühlers nach oben schossen. Leider sieht der Blitzermann solche schönen weil unverwertbaren Photos mit merkwürdigen Auswerterahmen immer seltener, weil Polyscan nach mehrfacher Softwareänderung es mittlerweile ganz gut hinbekommt, korrekte Auswerterahmen in die Bilder einzublenden. Ebenso schaffen es die Behörden immer besser, auch Bilder auszusortieren, auf denen zwei Autos oder ein Schatten eines zweiten Autos im Erfassungsbereich abgebildet sind, was die Messung im Einzelfall ebenfalls unverwertbar machen kann, wenn sie einem Bußgeldbescheid zu Grunde gelegt wird.

Weil Polyscan einen weiten Erfassungsbereich hat und die Messung über eine Fahrstrecke von mehreren Metern mehrfach stattfindet, lohnt es sich mehr als bei "starren" Geräten wie ES 3.0 "reinzubremsen". Die Chance, dass die Messung trotz überhöhter Geschwindigkeit annuliert wird, ist größer als bei dem ES 3.0.

Vergessen könnt Ihr dagegen alle älteren Infos über Polyscan. Ja, es ist jetzt seit Jahren ein anerkanntes Messverfahren. Die Geräte waren nur im Jahr 2006 in einigen Städten

wieder abgeschaltet worden. Das Amtsgericht Mannheim meinte eine Weile, dass Polyscan Messungen nicht anerkannt werden können, weil selbst der Gutachter im Gerichtsverfahren nicht genau wußte, wie das Ding eigentlich genau funktioniert. 

Leider sind dementsprechend die Chancen, die Messung im Gerichtsverfahren zu Fall zu bringen, bei Polyscan Stationär ziemlich dürftig geworden. Natürlich ändert das nichts daran, dass unabhängig von der Technik immer eine Menge anderer Ansätze möglich sind, das gesamte Verfahren, oder zumindest ein Fahrverbot wegzubekommen.

 

 

Polyscan mobil (meist aus der Heckklappe eines Vito oder T 5 eingesetzt)

Bei Vitos, die mit offener Heckklappe am Straßenrand stehen, ist oft nicht der

Maronimann, sondern der Polyscanmann im Einsatz. Technisch funktioniert das Ding

wie der stationäre Polyscan. Nur gibt es mehr Ansätze zur Verteidigung mit der Argumentation falscher Aufbau des Gerätes. Da sollte der Verteidiger aber die Bedienungsanleitung kennen ! 

 

ESO ES 3.0 ( mobil )   (Fünf Röhren in einem meist olivfarbenen Querbalken auf Dreibeinstativ)

ES 3.0  galt lange Jahre als der High End Wunderblitzer mit kaum Fehlerquellen. Ständige Softwareänderungen und Änderungen der Betriebsanleitung sollten die Anwendung immer noch mehr erleichtern. Teilweise ist aber in der Praxis der Hauptverhandlung das Gegenteil der Fall. Denn der korrekte Aufbau ist relativ kompliziert und hat deswegen    

mehr Fehlerquellen als früher, weil natürlich der Aufbau zur bestimmten Software und zur Bedienungsanleitung passen muß. Dumm wenn dann eine  uralte Anleitung verwendet wird, weil die so schön gebunden in der ES 3.0 Kiste lag ! Dankbar ist insbesondere die Abnahme der Straßenneigung durch eine Wasserwaage und die Übertragung des Neigungswinkels auf den Sensorkopf (der Balken mit den 5 Röhren). Mancher Meßbeamte macht das falsch, indem er ES 3.0 immer schön waagerecht aufstellt ( grob falsch) oder auf nicht festen Untergrund. Oder er stellt das Gerät direkt unter die Leitplanke (dann kann er die Wasserwaage nicht ablesen oder gar nicht aufsetzen).  Oder er vergißt den eingestelten Neigungswinkel nach Ende der Messsung nochmals zu protokollieren. Oder er protokolliert auf einem Protokollmuster für das Vorgängermodell ES 1.0. Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Messung zu Fall zu bringen. Kennt der Verteidiger weder die verwendete Softwareversion noch die dazugehörige Bedienungsanleitung, dann leistet er unvollständige Arbeit !

Achja: Und das "reinbremsen", wenn man schon mit dem Sensorkopf parallel ist, lohnt

sich nicht:  Die Meßsensoren sind nur 25 cm auseinander. Da bekommt niemand mehr die Geschwindigkeit so reduziert, dass die Messung wegen abweichender Geschwindigkeiten der Meßstrecken annuliert wird, zumal das Fahrzeug mit seinen Hydraulikbremsen während der "Bremsschwellzeit" in der der Bremsdruck aufgebaut wird, schlicht noch gar nicht bremst !

 

ESO ES 3.0 stationär  

Funktioniert wie ein normaler 3.0, hat aber prinzipbedingt keine Fehlerquellen beim Aufbau.  Das Gerät steckt meist in einer oliven Box, die ungefähr so groß ist wie drei aufeinandergestapelte Aktenkoffer. Das Gerät war als Angriff auf Polyscan gedacht, wird aber vom Markt nicht so recht angenommen, obwohl es viel billiger ist als Polyscan.

Ein richtiger "Blitzermann" (der bei einer Bußgeldbehörde in Südbaden arbeitet) meinte

das Gerät sei bei mehreren Fahrspuren und vor allem bei schlechtem Wetter sehr störanfällig. Man müsse bei schlechtem Wetter praktisch mehrmals täglich die Scheibe

vor dem Sensorkopf putzen, sonst komme es ständig zu Fehlmessungen bzw. zu nicht verwertbaren Messungen.  Das könnte dann die Ursache für die geringe Verbreitung sein.

Technisch kann man beim ES 3.0 stationär bei sauberer Scheibe und schönem Wetter

meist nicht wirklich viel machen. Aber es bleiben immer die Möglichkeiten, Verfahrensfehler zu finden oder im Falle eines Fahrverbotes sämtliche Strategien zur Fahrverbotsvermeidung durchzuexerzieren.

 

Dr. Riegl FG 21 P (Handlaserpistole)

Richtig: FG 21 P ist gar kein Blitzer! Es macht nicht einmal Bilder! Aber es ist eines der häufigst verwendeten Geräte zur Geschwindigkeitsmessung und gehört damit in diese Liste.

FG 21 P ist eine Laserpistole mit der auf heranfahrende Fahrzeuge "geschossen" wird.

Durch die Reflexion des Laserstrahls kann die Fahrgeschwindigkeit exakt gemessen werden. FG 21 P ersetzt die älteren "Radarpistolen".

Interessanterweise wird das Gerät im Ausland mit eingebauter Kamera verkauft. Nur in Deutschland verwendet man es ohne Kamera und zielt stattdessen mit einer Visiereinrichtung wie weiland  John Wayne auf seine Gegner auf das vordere Nummernschild oder beim Motorrad auf den Scheinwerfer. Das Gerät hat eine ziemlich komplizierte Bedienung, die in der Bedienungsanleitung ebenso kompliziert beschrieben wird. Hier liegen eine Menge Ansätze für gute Verteidigung: z.B. wurden die 4 Vortests korrekt vorgenommen ? Wurde das Gerät korrekt gehalten bzw. aufgestützt ? Könnten andere Fahrzeuge im Erfassungsbereich des Lasers gewesen sein (Strahlaufweitung) ?

Und was für mehrere Jahre ein Highlight war; wurde das von Richtlinien,

Bedienungsanleitung und dem Amtsgericht Sigmaringen geforderte "Vieraugenprinzp"

eingehalten ? ( Leider hat das OLG Stuttgart dieses Prinzp wieder abgeschwächt.

Jetzt reichts wieder, wenn einer mißt und der andere aufschreibt und dann einen Gegencheck auf dem Display des Gerätes wegen der angezeigten Geschwindigkeit macht.)

Das FG 21 P bleibt dennoch eines der dankbarsten Geräte für technisch interessierte Verteidiger!

 

Vidista

Auch Vidista ist gar kein Blitzer, sondern eine spezielle Videokamera, die in einem neutralen Dienstwagen angebracht ist und ein Auswertungsrechner in einem Büro.

Vidista wurde von einem Verkehrspolizisten entwickelt, was vielleicht die Beliebtheit dort ebenso wie den großen Verbreitungsgrad erklärt. Vidista mißt den Abstand zum Verfolger-

auto und die Geschwindigkeit und dokumentiert auf Video und durch einen Ausdruck, den

der Auswerterechner generiert.Vidista ist prinzipiell geeignet und auch dazu gedacht mehrere hintereinander begangene Verstöße nachzuweisen. Der Blitzermann nähert sich Vidista Fällen nur mit einem Gutachter. Denn zwar hat auch Vidista Fehlerquellen. Die sind aber für den technisch interessierten Laien viel schwerer zu entdecken als bei andern Geräten.

 

Traffipax Traffistar s 330

Traffipax ist ein Stationärblitzer mit 3 Kontaktschleifen, die in der Fahrbahn verlegt sind (Koaxialkabel mit Piezosensoren). Traffipax selbst ist wenig spektakulär und ein seit langem anerkanntes "standadisiertes Messverfahren". Das bedeutet, nur wenn konkrete Meßfehleranhaltspunkte vorgetragen werden, muss das Gericht den Gutachter einschalten. Auch wenn in Internetforen anderes zu lesen ist: Die Fehlerquote ist bei Traffipax nicht besonders hoch. Nur wenn durch starken Schwerlastverkehr und weichen

Asphalt die Kontaktschleifen verschoben sind, siehts hier besser aus. Aber: Traffipax wird neuerdings auf Autobahnen gern mit "Anbindung an Wechselverkehrszeichen WVZ" verwendet. Das heisst, das Gerät wird mit den veränderbaren Leuchtschildern für Höchstgeschwindigkeitsanzeige verknüpft. Und dann zeigen sich Merkwürdigkeiten. So hat zum Beispiel der Streckenabschnitt A8 zwischen Stuttgarter Kreuz und Möhringen mehrfach für Irritationen gesorgt. Z.B. wurde berichtet, dass Autofahrer statt Tempolimit 100 nur einen roten Kreis ohne Zahl vorgefunden hätten und trotzdem geblitzt wurden. Der Anbindungsrechner der WVZ (das einstellbare Tempolimitschild) und Traffistar verbindet, kann jedenfalls die WVZ nicht sehen. Hier wird allerdings argumentiert, dass die WVZ aus einer Vielzahl von LED bestünden, die nicht alle gleichzeitig defekt sein können. Zumindest können solche Beobachtungen das Gericht zwingen, den Gutachter einzuschalten. Das hat dann oft eine längere Verfahrensdauer zur Folge und bietet zumindest die Chance, eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen. Leider tendieren aber die vom AG Stuttgart beauftragten Gutachter dazu, die Messungen zu halten. Wenn beispielsweise der Betroffene sicher ist 100 gesehen zu haben -aber für 80 geblitzt wurde erklärt der Gutachter sich dies so: Es folgen  mehrere WVZ hintereinander die den Betroffenen zunächst auf 120 dann auf 100 und dann auf 80 runterbremsen sollen. Der Betroffene hat dann aus Sicht der Gutachter- wenn er kein Lügner ist- gedanklich das vorletzte Schild (100) abgespeichert und nicht das letzte (80)-wo er geblitzt wird.    

Aus Norddeutschland wird i.Ü. ein älterer Fall berichtet, in dem der Anbindungsrechner gar nicht geschaltet gewesen sein soll, aber Traffipax fröhlich auf 80 eingestellt geblitzt habe -egal ob das WVZ gerade auf 80, 100 oder 120 stand.....

 

Multanova 6 F, Traffipax Speedophot und M5 Radar 

Diese Geräte sind sozusagen die Dinosaurier der Geschwindigkeitsmessung und die Namensgeber des Ausdrucks "Radarfalle". Es sind die letzten noch im größerem Umfang eingesetzten Geräte, die tatsächlich mit Radartechnik arbeiten. Hier gibt es prinzipbedingt immer bessere Ansätze die Messung zu Fall zu bringen, als bei allen oben aufgeführten

Meßgeräten. Radarmesstechnik nutzt den sogenannten Dopplereffekt. Sie setzt damit auf Reflexion des Radarstrahls und mißt quasi den Rücklauf. Dabei kann es in unterschiedlichster Weise zu Fehlreflexionen kommen, unter anderem dazu, dass das Gerät genau die doppelte der tatsächlichen Geschwindigkeit anzeigt. Radartechnik ist und bleibt viel störanfälliger als Lasertechnik. Sie ist damit für einen technischen Angriff auf die Messung viel dankbarer.

 

Section Control:  Die Zukunft stationärer Meßtechnik ?

Eine völlig neue Meßtechnik bietet dagegen Section Control. Hier wird die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs über mehrere Kilometer ständig gemessen. Zu Beginn und zum Ende der Meßstrecke wird das Fahrzeug photographisch erfasst. Bleibt es auf der Strecke zu schnell, so bleibt es auch bei der Bildaufzeichnung. 

Zum Beispiel in Österreich wird diese neue Meßtechnik schon "erfolgreich" eingesetzt.

Bei uns läuft sie ab Frühjahr 2015 in Niedersachsen im Modellversuch. Baden-Württemberg würde die Methode auch gern einführen, hält sich aber noch zurück. Der Blitzermann hält diese Meßmethode für verfassungsrechtlich bedenklich. Denn das Bundesverfassungsgericht hat uns erst vor kurzem mit der Brückenvideoentscheidung aufgezeigt, daß man nicht auf Vorrat Bilder unschuldiger Mitmenschen aufzeichnen darf, die erst dann Verwendung finden wenn später ein Geschwindigkeitsverstoß nachgewiesen ist. Der Blitzermann wird Section Control weiter interessiert verfolgen und berichten, wenn sich etwas tut. 

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Peter Schmarsli

 

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Schmarsli, Bulic, Teufel

Marktplatz 23
72108 Rottenburg am Neckar

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